Cormac McCarty – Die Straße

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Die Welt nach dem Ende der Welt

In seinem Roman Die Straße beschreibt Cormac McCarthy eine apokalyptische Zukunft. Ein Vater schleppt sich mit seinem Sohn durch ein zerstörtes Amerika. Die Landschaft ist verwüstet und die Luft besteht fast nur noch aus Asche. Auch die Sonne scheint nicht mehr, die Nächte sind eiskalt und ständig fällt neuer Schnee auf die graue Landschaft. Alles was den beiden bleibt ist ein alter Einkaufswagen mit den wenigen gebliebenen Habseligkeiten, ihre Kleidung und ein Revolver mit zwei Schuss Munition. Sie wandern immer weiter Richtung Küste, in der Hoffnung dort auf weitere Überlebende zu treffen. Dabei sind sie in ständiger Angst vor Hunger, Banditen und Schlimmerem.

Von der ersten Seite an gelingt es McCarthy eine düstere, melancholische und traurige Atmosphäre zu schaffen, die den gesamten Roman durchzieht. Das einzige Positive ist die bedingungslose Liebe, die der Vater für seinen Sohn empfindet und die ihn immer weiter antreibt, ihr Leben zu retten. Die Dialoge zwischen ihnen sind minimalistisch gehalten, aber trotzdem hatte ich von beiden schnell ein genaues Bild. McCarthy liefert nur wenige Hintergrundinformation zu beiden, auch der Grund für den Zustand, in dem sich die Welt befindet, wird nicht genauer genannt. Selbst der Vater und sein Sohn bekommen keine Namen. Von Anfang an habe ich mit ihnen mitgebangt und mich wirklich gefreut, wenn sie neues Essen oder eine sichere Unterkunft für ein paar Nächte gefunden haben, obwohl klar ist, das dieses Glück nicht lange anhalten wird. Die Liebe, die der aufopferungsvoll kämpfende Vater für seinen Sohn empfindet, ist tief bewegend und wirkt zu keinem Zeitpunkt kitschig. Dabei gerät der Vater immer mehr an seine eigenen Grenzen und droht seine Menschlichkeit zu verlieren. Die Momente, in denen der Sohn die hoffnungsvollen Äußerungen seines Vaters durchschaut, sind tieftraurig und lassen die ausweglose Lage der beiden erkennen.

Ein tief bewegender Roman

Die Straße ist mit Sicherheit kein einfaches oder unterhaltsames Buch. Dafür bietet McCarthy eine sehr bewegende Geschichte um einen Vater und seinen Sohn, die von tiefer Liebe geprägt ist. Die hoffnungslose Lage der beiden in dieser zerstörten Welt konnte ich als Leser immer mitempfinden. Das Schicksal von Vater und Sohn hat mich tief berührt.

5sterne

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2 Kommentare zu „Cormac McCarty – Die Straße“

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