Die schönsten Buchpassagen

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Ihr Lieben!

Wir möchten euch heute einige Passagen aus Büchern zeigen, die uns besonders gut gefallen haben. Sie sind in Erinnerung geblieben, weil sie berühren und voller Weisheit sind. Wenn wir beim Lesen über wunderschöne Stellen stolpern, zücken wir unser Notizbuch und schreiben sie auf, damit wir sie immer wieder lesen und genießen können. Und nun wollen wir sie mit euch teilen.

 

Einmal hörte ich einen Stammkunden in der Buchhandlung meines Vaters sagen, wenige Dinge prägten einen Leser so sehr wie das erste Buch, das sich wirklich einen Weg zu seinem Herzen bahne. Diese ersten Seiten, das Echo dieser Worte, die wir zurückgelassen glaubten, begleiten uns ein Leben lang und meißeln in unserer Erinnerung einen Palast, zu dem wir früher oder später zurückkehren werden, egal, wie viele Bücher wir lesen, wie viele Welten wir entdecken, wie viel wir lernen oder vergessen.

Carlos Ruiz Zafón, „Der Schatten des Windes“

 

 

Verlässt ein Buch den Schreibtisch des Autors, verändert es sich. Noch ehe jemand anderes es gelesen hat, noch ehe der Blick eines anderen Menschen auch nur auf einen einzigen Satz fiel, hat es sich unwiderruflich verändert. Es wurde zu einem Buch, das gelesen werden kann, das nicht mehr allein seinem Verfasser gehört. Es besitzt nun gleichsam einen freien Willen und wird seine Reise durch die Welt antreten, dagegen kann der Autor nichts mehr machen. Ja, er selbst liest jetzt, da seine Worte von anderen gelesen werden können, die eigenen Sätze anders, sobald er einen Blick ins Buch wirft. Sie kommen ihm wie fremde Sätze vor. Das Buch ist hinaus in die Welt gegangen, und die Welt hat es umgestaltet.

Salman Rushdie, „Joseph Anton“

 

 

Nun, da die Asche kalt geworden ist, öffnen wir das alte Buch. Die ölbefleckten Seiten erzählen die Geschichte der Gefallenen und eines heruntergekommenen Imperiums – Worte ohne jede Wärme. Der Herd ist erloschen, sein Glanz und seine Lebensfunken sind nur noch Erinnerungen vor trübe gewordenen Augen – was prägt meinen Geist, was färbt meine Gedanken, wenn ich das Buch der Gefallenen öffne und tief den Geruch der Geschichte einatme? Hört also auf diese Worte, die von jenem Atemzuge getragen werden. Dies sind Geschichten, die von uns allen handeln, immer und immer wieder. Wir sind wieder erlebte Geschichte, und das ist alles, das ist, für immer und ewig, alles.

Steven Erikson, „Das Spiel der Götter: Die Gärten des Mondes“

 

 

Sie spürt Tränen aufsteigen. Ganz leise sagt sie: „Danke.“ Sie wischt sich die Nase. „Wenn ich einmal alt und klapprig bin, dann kommst du, um mir die Hand zu halten. Machst du das? Das ist dann dein Job. Okay?“
Er nimmt ihre Hand und küsst sie. „Nein“, sagt er. „Wenn du alt und klapprig bist, bin ich längst weg. Ich halte sie jetzt, für später, wenn dir nur die Erinnerung daran bleibt.“


Tom Rachman, „Die Unperfekten“

 

 

„Ich sage Ihnen mal was: Wenn man immer alles tut, um böse Überraschungen zu vermeiden, verpasst man auch die guten.“
Er lächelt.
„Sie haben recht. Ich denke manchmal wie ein alter Idiot.“
„Seien Sie nicht anmaßend: Der alte Idiot von uns beiden bin ich. Sie müssen sich damit begnügen, ein junger Idiot zu sein, und versuchen Sie ja nicht, die Etappen zu überspringen. Alles kommt zu seiner Zeit, glauben Sie mir.“

Marie-Sabine Roger, „Das Leben ist ein listiger Kater“

 

Mehr folgen bald!

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2 Gedanken zu “Die schönsten Buchpassagen

  1. Pingback: Die schönsten Buchpassagen III | letusreadsomebooks

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