L. Frank Baum – Der Zauberer von Oz

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Jeder von uns kennt das Buch oder zumindest den Film mit Judy Garland. Der Zauberer von Oz zählt zu den schönsten und bekanntesten Kinderbuchklassikern. Der amerikanische Schriftsteller L. Frank Baum veröffentlichte die Geschichte im Jahr 1900, die erste deutschsprachige Übersetzung erschien jedoch erst 1940 in der Schweiz. Das Buch war sofort ein wahnsinniger Erfolg und wurde schon zwei Jahre nach Erscheinen als Broadway-Musical aufgeführt. Deshalb beschloss Baum noch 13 weitere Geschichten über Dorothy und das magische Land Oz zu schreiben.

Dorothy Gale lebt mit ihrem Onkel, ihrer Tante und ihrem kleinen Hund Toto auf einer Farm in Kansas. Eines Tages fegt ein Wirbelsturm über sie hinweg. Dorothys Tante und Onkel verstecken sich im Keller, doch das Mädchen und ihr Hund schaffen es nicht mehr rechtzeitig. Das Haus wird mitsamt den beiden davongerissen und landet später auf einer Wiese im Land der Munchkins und begräbt die böse Hexe des Ostens unter sich. Die Munchkins und die gute Hexe des Nordens sind überglücklich, endlich befreit zu sein und überreichen Dorothy als Dank ein paar silberne Schuhe, die der bösen Hexe gehört haben. Dorothy möchte gerne wieder zurück nach Hause, deshalb rät ihr die gute Hexe, dem gelben Ziegelsteinweg zu folgen und in der Smaragdstadt den Zauberer von Oz um Hilfe zu bitten. Unterwegs begegnet das Mädchen der Vogelscheuche, die so gern ein Gehirn hätte, dem Blechmann, der sich ein Herz wünscht um wieder lieben zu können, und dem Löwen, dem einfach der Mut fehlt. Mit ihren drei neuen Freunden zieht Dorothy weiter und muss so einigen Gefahren trotzen: Geflügelte Affen und die böse Hexe des Westens sorgen für einen langen und beschwerlichen Weg nach Oz.

Der Zauberer von Oz ist eine wundervolle Geschichte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Obwohl es eigentlich als Kinderbuch gedacht war, habe ich mit 25 Jahren eventuell noch mehr Spaß beim Lesen gehabt als eine Zehnjährige. Es ist natürlich in einer einfachen Sprache geschrieben, schafft es aber trotzdem -gerade mit diesem schlichten und schönen Schreibstil – dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Dazu kommt die Tatsache, dass es eine außergewöhnliche Geschichte ist. Als sie 1900 erschien, war sie zunächst unter Kritikern verpönt, da sie sich doch sehr von den traditionellen amerikanischen Kindergeschichten abhob. Ähnlich wie Alice im Wunderland hat Der Zauberer von Oz nicht viel mit der Realität zu tun – für Kinder zu der Zeit natürlich besonders spannend, da sie so etwas noch gar nicht kannten.

Die Welt von Oz ist einfach bezaubernd und atemberaubend. L. Frank Baum erfindet tolle und liebenswürdige Hauptcharaktere, deren größter Wunsch das Glücklichsein ist. Ungleichheit und Gewalt sind schreckliche Vorstellungen für sie, dadurch werden sie zu einer perfekten moralischen Instanz. Das Buch lehrt uns, dass wir gerecht und gnädig sein sollen, dass wir alle Lebewesen gleich behandeln sollen und dass jeder eine zweite Chance verdient hat.

Aber auch die ganze Umgebung ist sehr liebevoll gestaltet. Die Smaragdstadt, der Palast des Zauberers, die Munchkins und alle anderen Wesen in Oz sind mit faszinierenden Details ausgearbeitet und ziehen die Leser mit ihrer Magie in ihren Bann. Noch nie habe ich solche Freude beim Lesen eines „Kinderbuchs“ verspürt.

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Besonders Spaß hatte ich allerdings aufgrund der traumhaften Ausgabe des Buchs. Darin enthalten ist nicht nur die Hauptgeschichte Der Zauberer von Oz, sondern auch noch die beiden Stories Dorothy in der Smaragdenstadt und Glinda von Oz. Auf dem Cover, dem Rücken sowie den Klappen ist ein wunderschönes buntes Stickmotiv der Welt von Oz. Es wurde von Rachell Sumpter designt und ist Teil der Penguin Threads, einer besonderen Serie der Peguin Classics Deluxe Editions. Leider gibt es diese Bücher nur im Original und nicht auf Deutsch. Wer allerdings eine deutschsprachige Ausgabe besitzt, kann sich diese hier prima als Sammlerstück holen und ihr in seiner Wohnung einen Ehrenplatz geben. Das Cover fühlt sich durch die Stickerei unebenmäßig an und auch die Buchseiten sind nicht ganz normal: Sie sind unterschiedlich lang und zum Teil an den Rändern ausgefranst, was dem Buch einen noch künstlerischeren und besondereren Look verleiht. Ich habe mich Hals über Kopf in diese Ausgabe verliebt und wünschte mir, dass es mehr solcher einzigartig gestalteten Bücher geben würde.

5sterne

Eine weitere Rezension zum Zauberer von Oz findet ihr übrigens bei den Private Readers.

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4 Kommentare zu „L. Frank Baum – Der Zauberer von Oz“

      1. Ja genau, das finden wir eben auch! Besonders schön sind auch grosse Paperbacks mit Reliefdruck und sowas…..sehr lieblich! Schade, hoffen wir mal, dass sich das bald ändert!

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