Patrick Rothfuss – Die Musik der Stille

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©Klett-Cotta

Die Geschichte eines außergewöhnlichen Mädchens

An der Universität von Imre werden nur die begabtesten Forscher aufgenommen. Von überall kommen die Gelehrten um die Rätsel der Wissenschaft, des Handwerks und der Alchemie zu lösen. Aber weit unter den Hallen voller Menschen und lebendigem Treiben gibt ein großes Netz von verlassenen Räumen und Gängen. Mitten in diesem Labyrinth lebt Auri. Sie betrachtet das „Unterding“ als ihr zu Hause.

Nachdem ich die Vorbemerkung des Autors Patrick Rothfuss zu Die Musik der Stille gelesen hatte, war ich etwas stutzig. Rothfuss schreibt: „Du solltest dir dieses Buch vielleicht nicht kaufen.“ Ok, klingt jetzt erstmal nicht so besonders toll. Am Ende des Vorworts erklärt er aber dann zum Glück doch noch, warum ich dieses Buch lesen sollte: „ Wenn du andererseits aber mehr über Auri erfahren möchtest, wird dir in dieser Geschichte viel geboten.“ Und genau das war es, was ich auch erwartet hatte. Und Auri ist wirklich ein außergewöhnliches Mädchen. Sie lebt völlig abgeschieden und alleine in ihrer eigenen Welt. Sie hatte mir bereits in den ersten Bänden der Königsmörder- Chronik als Charakter gut gefallen. Ihre Verbindung zu Gegenständen ist eine völlig andere. Gegenstände sind für sie nicht nur leblose Objekte, sondern haben Gefühle und eine Seele, sowie Vorstellungen und Wünsche. Daher verhält sich Auri gegenüber Gegenständen, die anderen leblos vorkommen, sehr fürsorglich und bringt allem eine hohe Wertschätzung entgegen. Ihre Zeit verbringt Auri damit, Dinge zu suchen und zu finden. Alle Dinge müssen an ihrem Platz stehen und richtig angeordnet sein, um zufrieden sein zu können. Und Auri erkennt, wann Gegenstände am richtigen Ort sind und so glücklich sein können.

Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte sich allerdings vorher klar machen, dass der Geschichte einige klassische Elemente fehlen. Es gibt keine Dialoge, keine richtige Handlung und außer Auri kommen auch nicht wirklich andere Charaktere vor. Zudem bleibt vieles unverständlich, wenn man die Königsmörder – Chronik nicht gelesen hat.

Mit Einschränkungen empfehlenswert

Mir persönlich hat Die Musik der Stille gut gefallen. Trotzdem sollten sich Interessierte vorher klar machen, was sie bei diesem kurzen Buch erwartet. Es ist keine Fortsetzung der Königsmörder – Chronik, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit Auri und ihrer ganz eigenen Welt. Wem das Mädchen schon in Rothfuss anderen Büchern gefallen hat und an ihrem Alltag und eigenen Vorstellungen der Welt interessiert ist, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

4sterne

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1 Kommentar zu „Patrick Rothfuss – Die Musik der Stille“

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