Haruki Murakami – Wilde Schafsjagd

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©Dumont Verlag

Auf der Suche nach dem einen Paarhufer

In Wilde Schafsjagd geht der Protagonist stark auf die 30 zu, als ihn seine Frau verlässt und er plötzlich allein mit seinem alten Kater in der ehemals gemeinsamen Wohnung zurechtkommen muss. Glücklicherweise lernt er schnell eine neue Frau kennen, deren Ohren eine magische Anziehungskraft auf ihn besitzen. Doch inmitten seines neu gefundenen Glücks ruft ihn sein Kollege aus der Agentur an: Ein mysteriöser Mann in schwarz war dort und stellte seltsame Forderungen.Der Protagonist macht sich auf den Weg – und ist nun, ob er es will oder nicht, Teil der durchgeknallten Jagd nach einem ganz besonderen Schaf.

Wilde Schafsjagd ist der Folgeroman zu Murakamis zuletzt erschienenem Werk Wenn der Wind singt/Pinball 1973 und der Vorgänger von Tanz mit dem Schafsmann. In allen 3 Romanen haben wir denselben Hauptcharakter, der namenlose Murakami-Mann, in verschiedenen Phasen seines Lebens.

Auch hier überzeugt der japanische Kultautor wieder einmal mit übernatürlichen Elementen und surrealen, ziemlich abgedrehten Charakteren. Insgesamt geht das Tempo deutlich rasanter voran als in Tanz mit dem Schafsmann, welches ich zuerst gelesen hatte. Das Mädchen mit den außergewöhnlichen Ohren taucht auf, ein vor vier Jahren verschwundener Freund meldet sich per Brief und bittet den Protagonisten um Hilfe. Und dann ist da natürlich noch der seltsame Mann, der darum bittet, ein ganz bestimmtes Schaf aufzuspüren. Schnell spinnt man Verbindungen, äußert Vermutungen und wird dennoch nicht ansatzweise darauf kommen, was Murakami mit dem Schaf geplant hat. Es ist eine völlig verrückte Geschichte und in sich sehr stimmig. Am Ende blieben zwar eins, zwei Frage offen, aber das muss ja so sein, ist man als Murakami-Fan schließlich gewohnt.

Verrückt, spannend und unterhaltsam

Mit Wilde Schafsjagd ist Haruki Murakami erneut ein mitreißender Roman gelungen, der mit einer wirklich ausgefallenen Story und speziellen Charakteren punktet. Wer sich irgendwo zwischen Realität und Surrealismus Zuhause fühlt, kann mit diesem Buch definitiv nichts falsch machen. Meiner Meinung nach ist dies einer von Murakamis besten Romanen.

5sterne

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