Don Winslow – Tage der Toten

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©Suhrkamp Verlag

Der Drogenkrieg in Mexiko

Mit Erfolg ist es dem US-Drogenfahnder Art Keller gelungen, in die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia einzudringen. Nach dem Auffliegen zahlreicher Drogendepots eröffnen die Narcotraficantes die Jagd auf ihn. Nachdem einer seiner Mitarbeiter entführt und ermordet wird, schwört Keller Rache und beginnt einen gnadenlosen Kampf gegen die Drogenbarone, bei dem er sich nicht nur in Mexiko Feinde macht, sondern auch neue Gegner in Washington.

Tage der Toten ist der erste Thriller den ich von Don Winslow gelesen habe. Dazu kommt, dass ich normalerweise einen weiten Bogen um Krimis oder Thriller mache und generell nur sehr wenige Bücher aus diesen Genres lese, weshalb mir hier bei der Bewertung der Vergleich mit ähnlichen Büchern fehlt. Die Geschichte um Art Keller und seinen Kampf mit der Drogenmafia in Mexiko fand ich schnell sehr spannend. Insgesamt habe ich die Handlung nicht als besonders komplex empfunden, dafür hat sie keine Längen und ist schnörkellos, was dazu führte, dass ich ständig wissen wollte, wie es denn nun weiter geht. Über Jahrzehnte erlebt der Leser den Aufstieg der Drogenbarone Barrera mit, die von Keller gejagt werden, wobei ihm jedes Mittel recht ist. Unter den Protagonisten gab es nur wenige Charaktere, die mir sympathisch waren. Am ehesten noch der Priester Juan Parada und der Ire Callan, der in der New Yorker Unterwelt einen Aufstieg erlebt. Schade fand ich, dass Art Keller mit zunehmender Dauer immer mehr in den Hintergrund tritt und dadurch ebenso an Persönlichkeit verliert. Die Handlung ist, wie bei der Schilderung von Drogenkriegen nicht anders zu erwarten, häufig brutal und grausam. Für meinen Geschmack hätte es gerne mehr Charakterentwicklung sein dürfen und dafür weniger Gewaltexzesse, die sich ständig wiederholen und letztlich zur Handlung und Spannung nur wenig beitragen.

Etwas anstrengend fand ich den Stil des Autors. Dass große Teile des Buches im Präsens geschrieben sind, war etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht weiter schlimm. Störend fand ich eher, dass viele Sätze sehr kurz sind und diese kurzen Sätze zusätzlich in viele kleine Absätze zerfallen, die sich manchmal eher wie Drehbuchanweisungen lesen als wie einen Roman.

Spannend Geschichte, aber mit Schwächen

Die Handlung von Tage der Toten fand ich durchweg spannend, vor allem dann, wenn die politischen Hintergründe mit beleuchtet wurden. Etwas schwierig waren dagegen für mich der knappe Stil des Autors und die wenig tiefgründigen Charaktere sowie die meiner Meinung nach ausufernde Gewaltdarstellung. Wer sich von diesen Kritikpunkten nicht stören lässt, den erwartet ein spannender Thriller.

3,5sterne

 

 

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