Neuerscheinungen im Februar

Liebe Literaturfreunde,

der Februar kommt stürmisch angeweht und will uns damit wohl unterschwellig zu verstehen geben, dass wir am Besten schön drinnen bleiben, uns einen heißen Tee aufgießen und ein gutes Buch lesen sollen. Und gute Bücher erscheinen im nächsten Monat glücklicherweise einige. Wir haben hier unsere Highlights für euch.

 

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Ulla-Lena Lundberg – Eis

Von Inseln im Eis, düsteren Sagen, einer jungen Familie und uralten Traditionen. Auf den windumtosten Örar-Inseln, einem Archipel abseits der Schiffsrouten zwischen Finnland und Schweden, bricht Mitte der 1940er-Jahre eine neue Ära an: Mit der Ankunft des Pfarrers Petter Kummel geht ein Ruck durch die Gemeinde. Die Fischer und Bauern verfallen der optimistischen, aufgeklärten Ausstrahlung des jungen Pastors, seiner Frau Mona und ihrer kleinen Tochter Sanna ebenso schnell wie umgekehrt die Pfarrersfamilie dem rauen Charme der Landschaft und ihrer Bewohner. Doch auf dem Meer und dem Eis, das im Winter die Kirchinsel mit den Höfen verbindet, herrschen unsichtbare, uralte Mächte, für deren Warnungen die Zugezogenen keinen Sinn zu haben scheinen.

Erscheint am: 15.02.2016 (Goldmann, Taschenbuch)

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José Saramago – Das steinerne Floß

Jose Saramago, einer der führenden portugiesischen Gegenwartsautoren, läßt seiner ketzerischen Phantasie freien Lauf: auf unerklärliche Weise brechen die Pyrenäen entlang der französisch-spanischen Grenze auseinander, und die Iberische Halbinsel treibt hinaus auf den Atlantik. Panik und Anarchie greifen um sich, Krisenstäbe werden gebildet, die europäischen Nachbarn distanzieren sich erleichtert von dem lästigen EG-Mitglied, halbherzig bieten die USA humanitäre Hilfe an. Auf ironische Weise berichtet der Autor vom Geschick des zu neuen Ufern aufbrechenden Iberias, liefert ein Plädoyer für dessen politische und kulturelle Eigenständigkeit.

Erscheint am: 27.02.2016 (Atlantik, Taschenbuch)

 

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Paul Auster – Bericht aus dem Inneren

Paul Auster führt uns in seine frühe Kindheit, beschreibt, wie er allmählich zum Künstler heranwächst, rastlos in winzigen Pariser Zimmern ausharrt, Drehbücher und Liebesbriefe schreibt, Ideen verfolgt und verwirft, die Studentenrevolte in New York erlebt und sich zunehmend dem Schreiben widmet. Es ist die Geschichte seiner Bewusstwerdung, ein ganz persönlicher Bildungsroman. Auster schreibt hier mit großer Wärme und leichter Hand. Dabei haben die Fragen, die er sich und uns stellt, Gewicht: Wann werden einem Menschen die Koordinaten bewusst, die sein Leben bestimmen? Ab wann begreift sich der kleine Junge aus New Jersey als Amerikaner? Wann als amerikanischer Jude? Das Selbstporträt des Weltautors als junger Mann – ein Buch voll erinnerter Bilder und Geschichten.

Erscheint am: 26.02.2016 (rororo, Taschenbuch)

 

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Roland Schimmelpfennig – An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Der erste Roman von Deutschlands meistgespieltem Dramatiker Nachts auf einer eisglatten Autobahn, 80 Kilometer vor Berlin: Ein Tanklaster legt sich quer und kippt um. Auf dem Standstreifen, kurz im Blaulicht der Feuerwehr: ein einzelner Wolf. Bis Berlin reichen die Spuren des Wolfs, und sein Weg kreuzt sich immer wieder mit den Wegen und Schicksalen unterschiedlicher Menschen. Mit zwei Kindern, die von zu Hause weggelaufen sind und durch Wald und Stadt irren. Mit dem polnischen Bauarbeiter, der verzweifelt nach seiner Freundin sucht. Mit der Frau, die morgens auf dem Balkon die Tagebücher ihrer Mutter verbrennt. Wie in einem Schwarzweißfilm, in dem gelbes Winterfeuer flackert, ziehen die Bilder und Geschichten dieses Romans an uns vorbei. Sie erzählen vom Suchen und Verlorensein, von der Kälte unserer Zeit und der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Ein Roman von großer visueller Kraft, dessen Poesie und Schönheit man sich nicht entziehen kann.

Erscheint am: 25.02.2016 (S. Fischer, Gebundene Ausgabe)

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Dževad Karahasan – Der Trost des Nachthimmels

In Isfahan, der Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, stirbt unerwartet ein hochangesehener Mann. Der Sohn des Verstorbenen fordert Aufklärung. An den Ermittlungen nimmt auch der Hofastronom Omar Chayyam teil. Er kommt zu dem Schluss, dass der Mann vergiftet wurde. Dabei hatte er versucht, den Trauernden davon zu überzeugen, dass es besser wäre, sich an den Vater zu erinnern, wie er war, anstatt dieses Bild durch Ermittlungen in Zweifel zu ziehen. Was fangen sie nun mit dieser Wahrheit an? Kurz darauf verdüstert sich der Horizont. Hofintrigen und soziale Spannungen bedrohen das Reich von innen, während ihm Kreuzritter und Mongolen von außen gefährlich werden. Doch der Sultan lehnt die Gründung eines Nachrichtendienstes zur Gefahrenbekämpfung ab. Ein verhängnisvoller Fehler. Als der berühmte Mathematiker und Dichter Jahrzehnte später Rechenschaft über sein Leben ablegt, ist das Reich zerfallen. Eine Terrororganisation, angeführt von einem früheren Weggefährten Omar Chayyams, versetzt die Gegend in Angst. Mit epischer Kraft, den Scharfsinn und die Ohnmacht seiner Protagonisten im Blick, schildert der große bosnische Schriftsteller Dževad Karahasan, wie der heraufziehende religiöse Fundamentalismus eine blühende, von geistiger Vielfalt und Toleranz geprägte Epoche zerstört.

Erscheint am: 08.02.2016 (Suhrkamp Verlag, Gebundene Ausgabe)

 

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Lukas Bärfuss – Koala

Ein ganz gewöhnlicher Mensch, sein ganz gewöhnliches Leben und sein ganz gewöhnliches Ende. Aber nichts an Lukas Bärfuss‘ neuem Roman will uns gewöhnlich erscheinen. Denn das Ende ist ein Suizid, und der ihn verübt hat, ist sein Bruder. Bärfuss spürt dem Schicksal des Bruders nach und begegnet einem großen Schweigen. Das Thema scheint von einem großen Tabu umstellt. Und von einem Geheimnis. Warum nannten seine Freunde ihn Koala? Wie kam er zu diesem Namen? Die Spurensuche wird zum Versuch der Selbtsvergewisserung. Über die Frage, warum jemand willkürlich den Tod gesucht hat, dringt Bärfuss zu einer anderen vor: Welche Gründe gibt es, sich für das Leben zu entscheiden?

Erscheint am: 08.02.2016 (btb Verlag, Taschenbuch)

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