Zitat des Tages: aus Reif Larsens „Die Karte meiner Träume“

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„Hast du schon mal Aids gehabt?“

Dr. Clair blickte auf. „Layton, was hast du denn dauernd mit Aids?“

„Ich weiß nicht“, sagte Layton. „Ich will’s nur einfach nicht kriegen. Angela Ashford hat gesagt, das ist schlimm, wenn man das kriegt, und dass ich’s wahrscheinlich schon habe.“

Dr. Clair sah Layton an. „Wenn Angela Ashford noch einmal so etwas zu dir sagt, dann antwortest du ihr, dass sie, nur weil es sie verunsichert, ein kleines Mädchen in einer Gesellschaft zu sein, die ein vernünftiges Maß an Druck auf kleine Mädchen ausübt, bestimmte physische, emotionale und ideologische Standards zu erfüllen – von denen viele unanständig, ungesund und selbstperpetuierend sind – , noch lange nicht das Recht hat, ihren fehlgeleiteten Selbsthass auf einen anständigen Jungen wie dich zu übertragen. Du magst ein inhärenter Teil des Problems sein, aber das heißt nicht, dass du nicht trotzdem ein anständiger Junge mit anständigen Manieren bist, und es heißt schon gar nicht, dass du Aids hast.“

„Ich weiß nicht, ob ich mir das merken kann“, sagte Layton.

„Dann sag ihr einfach, dass ihre Mutter eine versoffene Schlampe aus Butte ist.“

„Okay“, sagte Layton.

 

Reif Larsen – Die Karte meiner Träume

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