Harry Potter und das Verwunschene Kind

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19 Jahre danach

Hogwarts, 19 Jahre später. Albus Severus Potter hat es nicht leicht an der Zauberschule. Auf seinen Schultern lastet der Druck – und zugleich Fluch – der Sohn des berühmten Harry Potter zu sein. Doch im Gegensatz zu seinem großen Bruder James scheint er seinem Vater nicht im geringsten zu gleichen: er ist miserabel im Zaubern, seinen Besen bekommt er nicht einmal in die Luft und bis auf Dracos Sohn Scorpiusus will niemand etwas mit ihm zu tun haben. Das macht die Beziehung zwischen Albus und Harry nicht gerade einfach. Doch als die dunklen Mächte sich erneut zu erheben scheinen, stehen die alten Freunde und ihre Kinder plötzlich vor weitaus größeren Problemen.

Harry Potter und das Verwunschene Kind ist das Skript zu dem allerersten Harry Potter-Theaterstück, das im letzten Jahr seine Premiere feierte. An dem Skript arbeiteten J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne gemeinsam – es ist also weder ein klassischer Harry Potter-Roman, noch stammt es zu einhundert Prozent aus Rowlings Feder. Das sollte jeder beachten, der dieses Buch lesen will. Es spielt im Potter-Universum, es sind dieselben Charaktere und Schauplätze, und doch ist es völlig anders als die ersten 7 Werke.

Harry, there is never a perfect answer in this messy, emotional world. Perfection is beyond the reach of humankind, beyond the reach of magic. In every shining moment of happiness is that drop of poison: the knowledge that pain will come again. Be honest to those you love, show your pain. To suffer is as human as to breathe.

Anfangs war ich selbst recht skeptisch ob der Tatsache, dass es sich um ein Theaterstück handelt. Das verging aber nach ein paar Seiten, da ich sehr schnell hereingefunden und mich an diese neue Art der Präsentation gewöhnt habe. Natürlich muss man sagen, dass die Hogwarts-Atmosphäre durch diese Darstellungsform eigentlich so gut wie gar nicht rüberkommt, und ebendiese hat immer einen Großteil zu dem beigetragen, was die Harry Potter-Bücher ausmacht. Nichtsdestotrotz muss man bedenken, dass dies ein Theaterstück ist und es unglaublich langweilig wäre, sich drei Stunden lang anzusehen, wie Schauspieler auf der Bühne vor dem knisternden Kamin sitzen oder in der Großen Halle speisen.

Es ist also ein Buch, das sich überhaupt nicht auf die Atmosphäre fokussiert, sondern extrem handlungsorientiert ist. Ich fand es durchgehend spannend, ständig passiert etwas, der Plot ist meiner Meinung nach kreativ gestaltet (auch wenn nur „alte Sachen ausgegraben werden“, wie viele bemängeln). Es gibt einige Überraschungsmomente, Wiedersehen mit geliebten Charakteren und ich habe mich rundum gut unterhalten gefühlt – so gut, dass ich es innerhalb von weniger als 48 Stunden verschlungen habe.

But the thing that scares me most, Albus Severus Potter, is being a dad to you.

Auch wenn ich es schade fand, dass Ron nur kurze Nebenauftritte als seltsamer, beschränkter Onkel hatte, mochte ich Hermines Sarkasmus wahnsinnig gerne. Auch Harrys Entwicklung, die er in diesen 19 Jahren durchgemacht hat – vom naiven, vom Glück begleiteten Jungen zum überforderten Vater, der seinen jüngsten Sohn nicht verstehen kann – fand ich sehr gelungen. Am allermeisten haben mich allerdings Draco und sein Sohn Scorpius begeistert – ja, Draco Malfoy, DER Draco Malfoy. Der liebenswerte, strebsame Scorpius hat seinem Freund Albus ganz schön die Show gestohlen und sich innerhalb weniger Akte zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt.

Hermione: And I’m scared.
Ginny: I’m scared too.
Ron: Nothing scares me. Apart from Mum.

Großartiger Ausflug in die Harry Potter-Welt

Trotz erster Skepsis und vieler negativer Rezensionen, die im Internet kursieren, konnte ich meine aufkeimende Begeisterung nicht zügeln. Harry Potter und das Verwunschene Kind ist ein Buch, ein Skript, das definitiv anders ist als die Harry Potter-Romane und das man deshalb vermutlich auch gesondert betrachten sollte. Es ist actionreich, humorvoll und es ist das erste Mal, dass man als Leser mit einem Malfoy befreundet sein möchte. Ich habe es verschlungen, und ich finde, zu Recht, denn J.K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne haben grandiose Arbeit geleistet, ein enorm unterhaltsames Theaterstück zu schreiben, das im Potterversum spielt.

 

5sterne

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