Toni Morrison – Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison Gott, hilf dem Kind

Von Schuld und Scham

Bei ihrer Geburt ist Lula Ann ein so tiefschwarzes Baby, dass sich ihre Mutter Sweetness  zutiefst erschrickt und der Vater die Familie sofort verlässt, dieses Kind kann nicht von ihm stammen. Die Mutter muss Lula Ann alleine großziehen und lehrt sie vor allem Unterwürfigkeit und Gehorsam, aus Angst vor rassistisch motivierten Übergriffen. Als Lula Ann älter wird, sträubt sie sich gegen die Erziehung der Mutter. Weiterlesen

Jonas Lüscher – Kraft

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Theodizee oder Technodizee?

In Jonas Lüschers Debütroman Kraft dreht sich alles um die Frage nach dem Theodizee-Problem. Hier soll unter dem Titel „Theodicy and Technodicy: Optimism for a Young Millenium“ ein Wettbewerb im Silicon Valley stattfinden, zu dem auch der Titelheld Richard Kraft, Rhetorikprofessor in Tübingen, eingeladen ist. Hauptmotivation ist für ihn allerdings das Preisgeld von einer Million Dollar. Mit diesem Geld wäre es problemlos möglich, die für beide Seiten unglückliche Ehe zu beenden, ohne dabei finanzielle Abstriche machen zu müssen. Weiterlesen

Margaret Atwood – Das Herz kommt zuletzt

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Die Vereinigten Staaten in der nahen Zukunft.
Nachdem die Wirtschaft des Landes zusammengebrochen ist, sind unzählige Menschen arbeits- und obdachlos geworden. So auch Charmaine und Stan, die ihr Haus nicht weiter abbezahlen konnten und nun in ihrem Auto leben – immer auf der Flucht vor Angreifern, anderen Obdachlosen, Drogensüchtigen. Während eines ihrer Gelegenheitsjobs als Kellnerin entdeckt Charmaine, dass noch Leute gesucht werden, die beim Positron/Consilience-Projekt mitmachen. Hierbei handelt es sich um Zwillingsstädte, abgeschottet von der Außenwelt, die fast gänzlich unabhängig funktionieren sollen. Die Bewohner des Projekts leben abwechselnd einen Monat in Consilience und gehen einem normalen Beruf nach, den nächsten Monat verbringen sie im Gefängnis in Positron. Weiterlesen

Tomas Espedal – Biografie, Tagebuch, Briefe

Tomas Espedal BiografieTagebuchBriefe

An der Grenze von fiktionalem und autobiografischem Schreiben

In seinem neuen Buch Biografie, Tagebuch, Briefe begibt sich der norwegische Autor Tomas Espedal erneut an die Grenze zwischen Fiktion und Autobiografie. Er schreibt über die Frauen, die er geliebt hat, seine Jugend als Boxer, seine eigenen Lese- und Schreiberfahrungen und über die Beziehung zu seiner Mutter. So zeigt er nach und nach, wie er zu dem Menschen wurde, der er heute ist. Weiterlesen

Bov Bjerg – Auerhaus

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Our House, in the Middle of our Street, Auerhaus

Das Leben auf dem Dorf ist nicht immer einfach, besonders in den 80er Jahren in Westdeutschland. „Birth, School, Work, Death“ lautet das Motto, das alle jungen Leute versuchen, zu vermeiden. Mit Frieder im Gepäck klappt das sogar ausgesprochen gut. Nachdem er versucht hat, sich das Leben zu nehmen, gründen seine drei besten Freunde mit ihm eine WG in einem alten Bauernhaus, das einmal Frieders Großvater gehört hat. Das Auerhaus, benannt nach dem Madness-Hit „Our House“, den sie ständig hören. Weiterlesen

Jocelyne Saucier – Ein Leben mehr

EinLebenmehr

Alte Männer als Aussteiger im Norden Kanadas

Drei Männer leben tief zurückgezogen in den weiten Wäldern im Norden Kanadas. Alle drei suchen hier ihre Freiheit. Ihre Ruhe wird eines Tages jäh gestört, als eine Fotografin zu ihnen stößt, die auf der Suche nach einem Überlebenden der großen Brände ist, der Boychuck heißen soll. Und kurze Zeit später taucht auch noch eine achtzigjährige eigensinnige Dame auf. Weiterlesen

Marlon James – A Brief History of Seven Killings

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Epos um das gescheiterte Attentat auf Bob Marley

Jamaika im Jahr 1976: In einer Nacht dringen sieben bewaffnete Männer in das Haus des Reggea Stars Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Sein Manager wird beim Versuch, ihn zu beschützen schwer verletzt, ebenso seine Frau. Marley selbst überlebt und trägt nur leichte Verletzungen an Armen und Brust davon. Weiterlesen

Laurent Binet – Die siebte Sprachfunktion

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Mord im Paris der Poststrukturalisten

Paris im Jahr 1980: Nach einem Essen mit dem Präsidentschaftskandidaten François Mitterrand wird Roland Barthes von einem Wäschelieferanten überfahren. Dabei verschwindet auch ein Manuskript, das er bei sich trug. Ein Zeuge des Unfalls, Michel Foucault, behauptet, es sei Mord gewesen. Kommissar Bayard steht vor einem Rätsel und engagiert den Sprachwissenschaftler Simon Herzog als Assistenten. Die Spur der Mörder führt durch Paris, nach Bologna zu Umberto Eco und zur Cornell University im Staat New York. Weiterlesen

Nicholas Searle – Das alte Böse

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Ein perfektes Opfer?

Roy und Betty haben sich über ein Datingportal im Internet kennengelernt. Auf den ersten Blick eigentlich nicht ungewöhnlich, wenn die beiden nicht schon über achtzig wären. Nach dem Kennenlernen zieht Roy schnell in Bettys Haus auf dem Land ein. Was Betty nicht weiß: Roy ist ein Krimineller, der seinen eigenen Plan verfolgt. Schon sein Leben lang war er ein Betrüger. Weiterlesen