Lateinamerika – 10 Autoren, 10 Bücher

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Der Sommer war noch gar nicht wirklich da, ist aber schon wieder weg. Seit Wochen fühlt es sich eher nach September und Oktober an als nach Juli und August. Die Pullover liegen ständig griffbereit, die Kleider und kurzen Hosen ganz tief hinten im Schrank. Der Urlaub ist schon vorbei? Oder ihr fahrt dieses Jahr gar nicht mehr weg? Kein Grund für Trübsal und Schlecht-Wetter-Blues.

Wir haben für euch 10 Bücher von 10 verschiedenen lateinamerikanischen Autoren zusammengestellt, die euch von eurem Sofa unter der Wolldecke hinfort in ihre kleinen, vor Hitze flirrenden Bergdörfer entführen können, und das alles gleich auf der ersten Seite. Weiterlesen „Lateinamerika – 10 Autoren, 10 Bücher“

Simon Strauß – Sieben Nächte

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Viel besprochen, heiß begehrt, als Roman einer Generation betitelt – Kann Sieben Nächte, das allererste Werk von Simon Strauß, über das Begehen der sieben Todsünden dem Hype gerecht werden?

S., dem Protagonisten des Romans, graut es vor der Zukunft, vor einer Festanstellung, vor dem Käfig namens eigene Familie. Er ist kurz davor, 30 zu werden und sieht in dieser Zahl eine maßgebliche Schwelle: erwachsen zu werden, sich von dem Leben und dem Alltag in die Knie zwingen zu lassen. Als ihm ein Bekannter das Angebot macht, jede Nacht eine der sieben Todsünden zu begehen und im Anschluss darüber zu schreiben, zögert er nicht lange. Weiterlesen „Simon Strauß – Sieben Nächte“

Max Porter – Trauer ist das Ding mit Federn

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Die Krähe als Trauertherapeut: Max Porters Debütroman Trauer ist das Ding mit Federn beschäftigt sich auf eine außergewöhnliche Art mit dem Tod einer geliebten Person und der Bewältigung der unermesslichen Trauer.

Moving on, as a concept, is for stupid people, because any sensible person knows grief is a long-term project.

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Alejandro Zambra – Bonsai

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Auf nur 90 Seiten schreibt der chilenische Autor Alejandro Zambra in seinem Debütroman Bonsai über die Liebe und die Literatur. Das Buch ist bereits 2006 im Original erschienen, wurde allerdings erst 2015 von Susanne Lange herausragend übersetzt.

Am Ende stirbt sie, und er bleibt allein, doch allein war er schon mehrere Jahre vor ihrem Tod, vor dem Tod Emilias. Sagen wir, sie heißt oder hieß Emilia, und er heißt, hieß oder heißt immer noch Julio. Julio und Emilia. Am Ende stirbt Emilia, Julio stirbt nicht. Der Rest ist Literatur.

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Zitat des Tages: Aus Thomas Glavinics „Die Arbeit der Nacht“

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Eigentlich war er ein Klumpen Fleisch, der sich durch die Welt tastete. Was er über sie wußte, wußte er vor allem durch seine Augen.Durch sie konnte er sich orientieren, Entscheidungen treffen, vermied er Zusammenstöße. Aber nichts und niemand konnte ihm garantieren, daß sie die Wahrheit sagten. Farbenblindheit war nur ein harmloses Beispiel für mögliche Unwahrheiten. Die Welt konnte so aussehen oder anders. Für ihn existierte sie auf eine einzige mögliche Weise, nämlich in der Form, die ihm seine Augen gestatteten. Sein Ich, das war ein blindes Etwas in einem Käfig. Sein Ich war alles, was sich innerhalb seiner Haut befand. Die Augen, sie gehörten dazu – und auch nicht.

Sylvain Neuvel – Giants. Zorn der Götter.

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Sylvain Neuvels zweiter Giants-Teil, Zorn der Götter, ist, wenn überhaupt möglich, noch temporeicher und handlungsstärker als sein Vorgänger. Mit gewohntem Sarkasmus und kreativer Erzählweise lässt er seine Leser nur so durch die Ereignisse der drohenden Apokalypse rasen.

Neun Jahre nachdem Dr. Rose Franklin und ihre Crew den Roboter Themis erforschten, taucht plötzlich ein zweites, noch größeres Exemplar mitten in London auf. Sie nennen ihn Kronos. Dr. Franklin, die Themis-Piloten Kara und Vincent sowie der Rest der Erdverteidigungstruppen sind ratlos: Warum steht der Roboter dort und worauf wartet er? Ist er in freundlicher oder feindlicher Mission gekommen? Weiterlesen „Sylvain Neuvel – Giants. Zorn der Götter.“

Lena Dunham – Not that kind of Girl

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Sex and the City meets Joan Didion – so habe ich mir Lena Dunhams Bestseller Not that kind of Girl vorgestellt. Leider verliert sich Dunham zwischendurch in nichtssagenden Teenie-Tagebucheinträgen, statt ihr Potenzial und ihre Reichweite vernünftig zu nutzen.

Lena Dunham ist Kreativer Kopf und Schauspielerin der TV-Serie Girls, außerdem Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin. 2014 folgte ihre Autobiografie Not that kind of Girl – A young woman tells you what she’s „learned“. In fünf Themenbereichen schreibt Dunham essayistisch, ja fast schon kolumnenartig über ihr Leben (Carrie Bradshaw lässt grüßen). Weiterlesen „Lena Dunham – Not that kind of Girl“

Martin Suter – Elefant

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Martin Suter ist zurück. Mit seinem neuen Roman Elefant begibt er sich auf ungewohntes Terrain – die Genmanipulation. Er hat eine temporeiche Geschichte über Moral und Profitgier, über zwischenmenschliche Beziehungen und den Zusammenhalt für eine gute Sache geschaffen.

Ein Kinderspielzeug. Ein Elefäntchen, rosarot, wie ein Marzipanschweinchen, aber intensiver. Und es leuchtete wie ein rosarotes Glühwürmchen.
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Haruki Murakami – Mister Aufziehvogel

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Wenn der Fluss nicht mehr fließt

Toru Okada ist seinen Job als Laufbursche in der Anwaltskanzlei endgültig leid und kündigt. Seine neu gewonnene Freizeit verbringt er damit, nach Arbeit zu suchen, sich mit dem jugendlichen Nachbarsmädchen May anzufreunden und das geheimnisvolle Grundstück des „Selbstmörderhauses“ am Ende der Gasse zu erkunden. Da seine Frau Kumiko von früh bis spät arbeitet, bittet sie Toru, sich wegen ihres verschwundenen Katers mit einer gewissen Malta Kano zu treffen – sie soll nicht die einzige seltsame Frau bleiben, die in Torus Leben tritt. Denn mit dem Verschwinden des Aufziehvogels aus seinem Garten gerät Torus Leben immer mehr aus den Fugen.
Weiterlesen „Haruki Murakami – Mister Aufziehvogel“

Fridolin Schley liest aus seiner Novelle „Die Ungesichter“

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Was passiert, wenn ein Autor und ein 20-jähriges somalisches Flüchtlingsmädchen aufeinander treffen? Lässt sich ihr Schicksal überhaupt in Worte fassen? Kann der Autor ihre Geschichte erzählen, ohne sie zu seiner eigenen zu machen? Weiterlesen „Fridolin Schley liest aus seiner Novelle „Die Ungesichter““